Veilchen im Garten: Duftveilchen, Pflege & Ideen zum Muttertag
Ein leiser Frühlingsbote mit großer Wirkung
Das Veilchen gehört zu den ersten Blüten im Jahr – und ist dabei alles andere als "vorlaut" - ganz im Gegenteil: es wächst niedrig, fast ein bissi zurückhaltend. Bis man sie entdeckt, die meist violetten Farbtupfer in der Frühlingswiese - doch meist noch davor nimmt man sie wahr mit ihrem unverwechselbaren, feinen Veilchenduft - einfach herrlich!
Gerade das Duftveilchen (Viola odorata) verbindet auf besondere Weise zwei Dinge – es ist eine unkomplizierte Gartenpflanze und gleichzeitig ein kleiner Frühlingsgruß mit viel Gefühl und bei vielen von uns mit Kindheitserinnerungen. Damit passt es wunderbar in die Zeit rund um den Muttertag.
Steckbrief: Duftveilchen (Viola odorata)
- Wuchshöhe: 5–15 cm
- Blütezeit: März bis April
- Blütenfarben: violett, weiß, rosa
- Standort: halbschattig bis schattig
- Boden: humusreich, locker, leicht feucht
- Wuchs: bildet Ausläufer und dichte Teppiche
- Winterhärte: voll winterhart, wintergrün
Duftveilchen sind pflegeleicht und ideal für naturnahe, halbschattige Gartenbereiche.
In meinem Naturgartenjuwel wachsen sie in weiß "en masse" im Eingangsbereich und begrüßen schon beim Betreten meines Schaugartens im April/Mai mit ihrem betörenden Duft - einfach herrlich!
In allen anderen Gartenzimmern erblühen sie in verschiedensten Abstufungen von blasslila, rosa gesprenkelt bis hin zum typischen, intensiven Veilchenlila...
Standort & Pflege – unkompliziert und zuverlässig
Duftveilchen fühlen sich besonders wohl:
- am Gehölzrand
- unter Sträuchern
- in lichten Schattenbereichen
- in naturnahen Wiesen - sieh dir dazu auch meinen Beitrag zum "No-Mow-May" an!
Wichtig ist ein nicht zu trockener Boden, denn Trockenheit wirkt sich direkt auf die Blüte aus.
Ansonsten gilt: weniger ist mehr.
Du kannst sie ruhig sich selbst überlassen – sie breiten sich über Ausläufer aus und bilden mit der Zeit dichte, weiche Blütenteppiche. Eine leichte Kompostgabe im Frühjahr kann das Wachstum unterstützen, ist aber kein Muss. Manchmal treten die Ameisen als "Geburtshelfer" auf - das Veilchen hat dazu einen Trick entwickelt - seine Samen haben kleine "Zuckeranhängsel", die sie gerne naschen. Manche davon tragen sie in ihren Bau und somit verteilen sie diese über den ganzen Garten....
Blüten & ökologische Bedeutung
Die Blüten erscheinen bereits sehr früh im Jahr und machen das Veilchen zu einer wichtigen Pflanze für die Natur.
Es zählt zu den ersten Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.
Der Duft wird oft als beruhigend und harmonisierend beschrieben – ein Grund, warum das Veilchen schon seit Jahrhunderten geschätzt und in der Naturheilkunde eingesetzt wird. Auch köstliche Rezepte kann man mit ihnen zubereiten - weiter unten liest du dazu mehr...
Veilchenarten im Überblick
Die Gattung Viola umfasst weltweit über 400 Arten.
Im Garten spielen vor allem diese eine Rolle:
Duftveilchen (Viola odorata)
Mehrjährig, winterhart, intensiv duftend – der Klassiker für den naturnahen Garten.
Hornveilchen (Viola cornuta-Hybriden)
Kleinblütig, aber ausdauernder als viele andere Sorten – ideal für Beete, Töpfe und Balkon.
Ich mag sie sehr gerne und bei mir dürfen sie überall als "Lückenfüller" wachsen, auch sie versamen sich bereitwillig und sind dann kleine, willkomene "Vagabunden" mit sehr langer Blühdauer, wenn man Verblühtes regelmäßig ausknipst. Ihre essbaren Blüten verwende ich gerne als "g'schmackige" Deko in der Küche.
Stiefmütterchen (Viola wittrockiana-Hybriden)
Große, oft mehrfarbige Blüten mit langer Blütezeit – allerdings eher kurzlebig.
Die "Löwen" unter den Veilchen, finde ich - oder wie lauter kleine "Gesichtchen" 🙂 Es gibt sie in unendlich vielen Farben und auch Formen, besonders entzückend finde ich die gerüschten Sorten.... Man kann den Frühlingsgarten hier jedes Jahr neu gestalten und div. Trends mitmachen - auch mit kleinem Budget.
Wildveilchen/Ackerstiefmütterchen (z. B. Viola arvensis oder canina)
Heimische Arten mit natürlichem Charakter – besonders passend für Wildgärten. Die Acker- oder Feldstiefmütterchen wachsen bevorzugt, wie deren Name schon verrät, gerne mitten im Acker und schmiegen sich z.B. ins Gerstenfeld. Diese winzig kleinen Blüten sind dabei erstaunlich widerstandsfähig. Ich mochte sie schon als Kind gerne und habe meiner Oma und auch Mama immer ein kleines Sträußchen gepflückt, wenn ich sie entdeckt habe. Und heute noch hängen schöne Erinnerungen an ihnen, passend zum Muttertag.
Kleiner Exkurs: Alpenveilchen gehören botanisch nicht zu den Veilchen, auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt.
Verwendung im Garten
Veilchen sind vielseitig einsetzbar:
- als Bodendecker unter Gehölzen (dort verdrängen sie lästige Beikräuter und halten den Boden feucht)
- in Blumenwiesen oder naturnahen Beeten
- zur Unterpflanzung von Rosen und Sträuchern
- sogar in Rasenflächen (trittfest)
Am schönsten wirken sie, wenn sie sich frei entwickeln dürfen und in Gruppen wachsen.
Eine passende Geste zum Muttertag
Vielleicht braucht es gar nicht viel.
Ein paar Veilchen aus dem Garten.
Ein gemeinsamer Moment draußen.
Ein bisschen Zeit.
Denn oft sind es genau diese einfachen Dinge, die am meisten bedeuten.
Wie wäre es mit einem Picknick im Garten - gerne auch in meinem - im Mai finden jährlich meine "Offenen Gartentage" statt!
Essbare Blüten – vielseitig in der Küche
Was viele überrascht: die Blüten des Duftveilchens sind essbar.
Du kannst sie verwenden für:
- Tee
- Sirup
- Essig
- Blütenbutter
- oder als dekoratives Element für Desserts
Kandierte Veilchen sind dabei ein echter Klassiker – und schon seit Jahrhunderten eine geschätzte Delikatesse. Sogar Kaiserin Elisabeth mochte sie sehr, obwohl sie ja bekanntlich wenig zu sich nahm. Auch liebte sie Veilcheneis - je nachdem wie üppig Veilchen bei mir im Garten blühen, stelle ich es aus dem selbstgemachten Veilchensirup gerne her... und zum Muttertag gibt's:
Muffins in Herzform
Verwende dazu einen klassischen und einfachen Rührteig aus:
- 250 g Butter
- 250 g Zucker
- 5 Eiern
- 250 Mehl
- etwas Milch und eine Messerspitze Backpulver
backen, auskühlen lassen, glasieren –
und mit kandierten Veilchen verzieren (lies unten im Detail wie easy diese herzustellen sind!)
So entstehen kleine, liebevolle Süßigkeiten – perfekt für den Muttertag!
Verführerisch lecker sehen diese Herzen mit kandierten Veilchen aus...
Wisst ihr noch, wie ihr diese kandierten Veilchen selbst herstellen könnt'? In einem früheren Blog (Wildkräuter Teil 2 - Kostbarkeiten aus der Natur) hatte ich es euch gezeigt.
Hier eine kurze Zusammenfassung zur Wiederholung (gerne aber auch im "Wildkräuterblog" nachlesen, da gibt es viel Wissenswertes zu erfahren) ...
Kandierte Veilchen – einfach & besonders
Was ihr jedenfalls für kandierte Veilchen benötigt sind - Veilchen 😉 , am besten aus dem eigenen Garten. Vermutlich sind sie aber zur "Muttertagszeit" bereits verblüht. Falls ihr damals, wie im Frühlingsblog geraten, keinen Vorrat angelegt habt', kannst du aber auch optional Hornveilchen verwenden (leider wenig Aroma, da zählt eher die Optik), oder du stellst kandierte Fliederblüten her. Doch hier bitte VORSICHT - Flieder ist eigentlich ungenießbar und sogar giftig. Daher solltet ihr ihn nur zur Deko verwenden und besser in sehr geringen Mengen verzehren. Wenn ihr euch unsicher seid, nehmt doch einfach Rosenblüten, die haben auch ein tolles Aroma!!
Das Herstellungsprinzip ist immer gleich...
... und so einfach geht's: Das Eiweiß eines Bioeies leicht schaumig aufschlagen, nicht zu steif.
Blüten vorher nicht waschen, denn das würde den feinen Duft auch mitwegspülen, und darum ist es wichtig, die Veilchen nur an einem Ort zu sammeln, wo ihr sicher sein könnt' dass sie nicht "verunreinigt" sind!
Nun jede einzelne Blüte mit dem Pinsel mit dem leicht aufgeschlagenen Eiweiß betupfen und mit Kristallzucker bestreuen (kein Staubzucker, das funktioniert nicht) und mit etwas Abstand zum Trocknen auflegen. Das geht gut über Nacht - einfach so, oder wer es eilig hat, bei sehr geringer Hitze (ca. 80C) im Backofen (einen Schlitz offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann).
Es erfordert wirklich sehr viel Geduld - und die zählt leider nicht zu meinen Stärken - eine größere Menge herzustellen. Es hat aber ab einem gewissen Zeitpunkt etwas Meditatives, und kann durchaus entspannend sein. Vor allem ist die Vorfreude groß auf den kulinarischen Genuss und das glückliche Gesicht eurer Mama. Und ich kann euch sagen, es ist jede Minute davon Wert!!
Und das sind sie nun - ein Blütenmeer von kandierten Veilchen - jedes Einzelne eine wahre Geschmackssensation und Gaumenschmeichler! Riecht und schmeckt ihr es auch? 🙂
Eine sensationelle Basis für viele Leckereien, die nicht nur Mütterherzen höher schlagen lässt. Hebt euch doch einen kleinen Vorrat auf für den nächsten "Jahrestag", Hochzeitstag, Valentinstag.... Aber gut wegschließen, (vor allem trocken) denn wenn sie einmal entdeckt wurden, sind sie im Nu weggenascht!
Dieses Herzstück schmeckt aber auch in XL köstlich!
Zaubert mit diesen Kostbarkeiten aus der Natur eine Festtafel in die Natur und verbringt mit eurer Mutter einen schönen Tag im "Gartenkaffee", wo ihr ganz sentimental in Erinnerungen schwelgt. "Zeit" mit ihren Liebsten wünschen sich laut einer Umfrage übrigens die meisten Mütter, das kann auch eine "Auszeit" sein.
Alles Liebe! Patrizia
Die Herzensgärtnerin®
The Heartgardener®
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