Mistel

MYSTISCHE MISTEL – ein Pflanzenportrait

Sagenumwobene

Mystische MISTEL

Brauchtum, Mythos, Heilpflanze

Fakten, Wissenwertes, Kreatives, Heilsames

Pflanzenportrait

(ein 11chen)

Dieser Blogbeitrag enthält Teile von WERBUNG!!

Mistel
Mistel
Mistel

Und das erwartet euch in diesem Blog...

Viele Legenden ranken sich um diese mystische Pflanze, worauf ich hier natürlich gerne eingehe....

Aber auch einige "hard facts" und Wissenswertes möchte ich euch erzählen....

Und es wäre ja kein typischer "Herzensgärtnerin-Blog", wäre nicht auch viel Dekoratives und Kreatives dabei....

Also taucht ein mit mir in die Welt der

Mystischen Mistel!

Mistel

 

Beginnen möchte ich mit den vielen Mythen, die sich um diese großartige Pflanze ranken...

Da die Mistel in Baumkronen wächst, also in luftigen Höhen und dennoch ohne (sichtbare) Wurzeln zum Boden prächtig gedeiht und sogar in den Wintermonaten ihr grünes Laub behält, weckt sie von jeher das Interesse - nicht nur bei Botanikern. Da sie weder dem Himmel noch der Erde zugeordnet werden kann und gerade bei unseren Vorfahren nicht richtig erfassbar war, gilt sie als "Pflanze der Zwischenwelt". Schon den Kelten war die Mistel heilig.

Sie gilt als Symbol der Wiedergeburt der Sonne und wird deshalb gerne zur Wintersonnenwende

21.  Dezember!

und in den Rauhnächten geräuchert, mit der Vorfreude auf das wiederkehrende (Tages)Licht.

In der Vorweihnachtszeit werden sie auch gerne in den Garten zur Deko und ins Haus gebracht.

Mistel
Mistel

Wer kennt nicht den Brauch, Mistelzweige in den Türrahmen zu hängen.

Küssen sich darunter zwei Liebende werden sie ein glückliches, langes Leben miteinander verbringen, gesegnet mit vielen Kindern.

....und auch: wenn eine junge Frau darunter steht, darf sie es nicht ablehnen, geküsst zu werden....

Offensichtlich hat diese Tradition schon ein paar Jahr(hundert)e auf dem Buckel.

Tja, was soll ich sagen 😉

Allseits bekannt ist sicher auch der Zaubertrank des Druiden Miraculix - aus den Comics - der schon Asterix unglaubliche Kräfte verliehen hat.

Hin und wieder wäre es doch praktisch, ein "Gallier" zu sein. Man muss es ja nicht gleich übertreiben wie Obelix und den ganzen Pott austrinken 😉

Im Volksmund werden Misteln auch als: Donnerbesen, Druidenfuß, Hexenbesen, Hexenkraut, Wintergrün.... bezeichnet.

Mistel

In Mitteleuropa kommen zwei Mistelarten vor. Ich möchte hier "nur" auf die bekannte

Weiße Mistel

näher eingehen, sonst würde es den Rahmen sprengen...

Die weißbeerige Mistel wird botanisch Viscum album genannt und kann in unseren Breiten aufgrund ihrer "Wirtspflanzen" in drei Unterarten eingeteilt werden. Es gibt die Laubholz-Mistel (V.a. abietis), die Tannen-Mistel (V.a. austriacum) und die Kiefern-Mistel (V.a. laxum) und sie gehören zur Familie der Sandelholzgewächse. Wer's genau wissen möchte!

Allgemein kann man aber sagen, dass die Mistel als Halbschmarotzer gilt, was bedeutet - sie können zwar mit ihren immergrünen Blättern und Zweigen Photosynthese betreiben, versorgen sich aber über ihre Wirtsbäume durch deren Leitungen mit Wasser und auch Nährstoffen.

Der Wuchs ist meist kugelförmig und kann einen Durchmesser von über einen Meter erreichen. Besonders im Winter kommen diese gut zur Geltung.

Mistel

Manchmal kann es aber schon zu viel werden - wie bei diesem Apfelbaum, der ganz schön schwer aufgepackt ist.

Mistel

 

Darum sollte man in Gärten - auch wenn die Mistelkugeln noch so dekorativ sind - bei Zeiten eingreifen!

Ein Zuviel an Misteln könnt' ihr bequem und einfach mit dieser Astschere - auch in der Baumkrone - entfernen...

Mein praktischer "Gartenhelfer" funktioniert nach mehr als 15 Jahren im Dauereinsatz 😉 immer noch tadellos!

WERBUNG wegen Kooperation!

"Schuld daran" sind u.a. die Vögel. Denn diese tragen hauptsächlich zur Verbreitung bei. Daher kommt auch der deutsche Name der Mistel. Durch Vogelmist wird der (unverdaubare) Samen auf neue Wirtsgehölze übertragen. Vögel haben nämlich Mistelbeeren zum Fressen gern, somit sind diese wertvolle Futterpflanzen, besonders in der kalten Jahreszeit.

Die klebrige Ummantelung des Samen hat zum botanischen Namen geführt: Viscum ist das lateinische Wort für Leim. Vögel versuchen auf Ästen dieses klebrige "Zeugs" wieder loszuwerden, in dem sie ihre Schnäbel abreiben und somit für neue "Mistelbabies" sorgen - später mehr dazu...

Mistel

 

Da Mistelzweige keine Rinde ausbilden, bleiben sie grün und sind dadurch auch sehr brüchig. Aber zwischen den Verzweigungen können sie wieder neu austreiben. Schneidet man Misteln ab, vertrocknen sie sehr schnell - daher ...

Tipp

...halten sie leider auch nicht lange in einer Vase. Es nützt auch nichts die Zweige in Wasser zu stellen - im Gegenteil. Besser für Deko's in kühlen Räumen oder Outdoor verwenden (Terrassentisch) und nur kurz reinholen!

Mistel

Die immergrünen Blätter können sehr dunkel sein, manchmal aber auch einen Stich ins gelb aufweisen. Sie befinden sich im "Doppelpack" an den Enden der verzweigten Sprosse. Je nach Witterung treiben sie ab Jänner neu aus und die des Vorjahres fallen zu Boden, wo sie gerne von Rehen verspeist werden.

Bei genauem Hinsehen kann man die Blattadern gut erkennen und sie fühlen sich "ledrig" an. Interessanterweise verrotten sie aber schnell.

Mistel

 

Die Blüten sind sehr unscheinbar und entwickeln sich von Jänner bis April. Witterungsbedingt auch früher.

"Supernasen" können einen leichten Duft erkennen. 

Sie sind zweihäusig, d.h. Männlein und Weiblein befinden sich auf zwei Pflanzen.

Mistel
Mistel

Die Mistel bildet weiße, erbsengroße Scheinbeeren. Sie gruppieren sich gerne zu dritt oder paarweise von November bis April. Manchmal bilden sie auch dichte Knäuel.

Betrachtet man die Mistelbeeren genauer, kann man vier graubraune Punkte erkennen, die ein beinahe perfektes Quadrat bilden. In deren Mitte befindet sich Punkt Nummer fünf, der meist etwas größer ist.

Schon erstaunlich, mit welcher Präzision Mutter Natur diese Beeren konstruiert hat!

Das Fruchtfleisch ist schleimig zäh, wobei die äußere Schicht von Vögeln noch verdaut werden kann. Wohingegen die innere Schleimschicht unverdaulich ist und somit das Samenkorn schützt.

Der Begriff "Viskosität" leitet sich auch von dieser Eigenschaft ab. Jeder der schon mal eine dieser Scheinbeeren zwischen den Fingern gequetscht hat und dann aufmacht, weiß wovon ich spreche 😉

Mistel

 

Die flachen "Samen" können oval, dreikantig oder sogar herzförmig sein! 🙂

Bei Mistelsamen spricht man von Embryonen (daher hatte ich vorher von "Mistelbabies" gesprochen) - schon erstaunlich - findet ihr nicht?

Und da soll noch einmal wer behaupten, Pflanzen sind keine Lebewesen und haben keine Gefühle! 🙂

Es kann sogar zu "Zwillingen" und "Mehrlingen" kommen, sprich in einem Samenkorn können mehrere Embryonen vorkommen. Das ist auch gut so, denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Einnistung am Wirtsgehölz. Die Samen verlieren rasch an Keimfähigkeit und sind auch nicht lange lagerfähig.

Möchtet ihr der Natur ein wenig auf die Sprünge helfen und in eurem Garten Misteln ansiedeln, könnt ihr auch gezielt aussäen: sucht euch dafür einen vitalen Baum (darauf achten, wer der usprüngliche "Wirt" war - Laubbaum, Tanne oder Kiefer) und quetscht eine Beere auf einen Ast in sonnig bis halbschattiger Lage. Er muss nicht sehr dick sein, wichtig ist nur, dass noch keine dicke Borke ausgebildet ist. Die Mistel braucht junge, trockene Rinde. Zwischen November und April gelingt dies am besten.

Und nun müsst ihr viiiiieeeel Geduld haben. Es kann ewig dauern (bis zu zwei Jahre) bis sich die ersten Blätter zeigen.

Mistel

 

Bevor nun aber die ersten Blätter entstehen, wachsen aus dem Kern "grüne Punkte", die sich an der Rinde durch Haftscheiben quasi "festhalten".

Diese entwickeln sich zu einem sogenannten "Haustorium".

Dieses Saugorgan dringt in das Wirtsholz ein und verwächst mit diesem. Es entnimmt aber lediglich Wasser und Mineralsalze (Halbparasit).

In diesem Bild seht ihr, wie die Mistel mit "ihrem Apfelbaum" vollständig verwachsen ist.

Mistel

 

Erst im zweiten Jahr richtet sich der Keimling auf und bildet das erste Blattpaar!

Dieses Exemplar ist vermutlich schon 3 Jahre alt...

Mistel

 

 

....und bis es zu dieser Größe herangewachsen ist, sind vermutlich 4-5 Jahre vergangen!!

Mistel

....und so beginnt der Kreislauf des Lebens erneut bei unserer mystischen Mistel!

 

Mistel

Obwohl die weiße Mistel eine leicht giftige Pflanze ist, wird sie auch für medizinische und pharmazeutische Produkte verwendet.

VORSICHT - wie Paracelsus schon sagte: 

Die Dosis macht das Gift!

Also, nicht selbst "herumdoktern"!

Diese Himmelsstürmer werden in der Volksheilkunde verwendet, aber auch inzwischen in der Krebstherapie eingesetzt.

 

Mistel

Grande Finale!

Jetzt wird's dekorativ!

Mistel

 

Welch ein Glück, dass gerade zur Weihnachtszeit die Mistel auch ihren Höhepunkt hat!

So könnt ihr aus dem Vollen schöpfen und üppige Festtafeln damit kreieren.

Hier darf die Mistel mit ihrem satten Grün die "Farbtupfer" zu einem harmonischen Ganzen verbinden...

Mistel

Vielleicht mögt ihr es aber lieber "Ton in Ton"?

Dann ist diese grün, weiße Tischdeko für euch wie gemacht. Auch wenn sie opulent dekoriert ist, zaubert das zarte Weiß in Kombination mit der Mistel schlichte Eleganz auf eure weihnachtliche Festtafel.

....und unter uns - Weihnachten darf es doch auch ein bissi "kitschig" sein, oder? 😉

Mistel

Ein Herz aus transparentem Glas bringt Leichtigkeit in eure Deko und mit einem selbstgebastelten Serviettenring fühlt sich wohl jeder Gast bei euch

Herzlich Willkommen!

Weihnachten kann kommen....

Mistel

Wenn ihr gerne noch mehr weihnachtliche Dekoideen sammeln möchtet, guckt doch dafür in meinen Blogbeitrag aus dem Vorjahr:

https://www.theheartgardener.at/weihnachtsfreude-zuhause-dekoratives-und-koestliches/

Hier findet ihr nicht nur wunderbare Dekoinspirationen, sondern auch köstliche Keksrezepte, ein 5-Gänge Weihnachtsmenü, selbstgemachte Geschenke, Weihnachtskarten und vieles mehr...

Auch auf Insta https://www.instagram.com/the.heartgardener/ gibt es immer mal wieder interessante Beiträge und Impressionen! Follow me 😉

Mistel

Ein schlichter Kranz aus Mistelzweigen und immergrünem Material aus eurem Garten oder in der Natur bei einem Spaziergang gesammelt, ist eine natürliche Dekoration.

Ein Windlicht sorgt für stimmungsvolle Momente! So einfach kann Deko sein 🙂

Mistel
Mistel
Mistel

Oder ihr nützt diesen Kranz ganz "pur" in eurem Garten oder Eingangsbereich für ein freundliches "Entreé"!

Im Freien ein lang anhaltendes, dekoratives Arrangement.

 

 

...und Hand aufs Herz - ein bissi "Mystik" schadet nie 🙂

Mistel
Mistel

"Last but not least" möchte ich mich bei der lieben Johanna bedanken, dass ich dieses wunderbare Foto (gleich zu Beginn) nutzen darf!

Ein schönes Beispiel dafür, wie Insta auch über Entfernungen hinweg verbinden kann...

Herzlichen Dank, Johanna  @johanna.liebt.garten  !!!

Ich freue mich, wenn ich euch wieder Wissenswertes, vielleicht Neues und Schönes vermitteln durfte!

Nun wünsche ich euch:

 Eine wunderbare Adventzeit, frohe Festtage, ein gutes neues Jahr und vor allem

g'sund bleiben!!

Habt' eine großartige (Garten)Zeit!

 

  Alles Liebe!

     Patrizia

  Die Herzensgärtnerin®

 The Heartgardener®

 

 

 

Fotos und Texte © Copyright  TheHeartgardener ®

 

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