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MOHNBLUME – bedeutungsvolle, zarte Naturschönheit

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Als ich kürzlich unterwegs war und schon von weitem dieses atemberaubende Naturschauspiel sah, konnte ich nicht anders als anzuhalten, und die Blütenfülle samt lautem Bienensummen auf mich wirken zu lassen. Mohnblumen, "so weit das Auge reicht", zu sehen,  ist jedes Mal ein wahrer Magnet für mich - und nicht nur für mich - ringsum sammelten fleißige Bienen und Hummeln Pollen. Herzig, wie emsig sie doch sind. Und eine wahre Freude, dass sie hier Nahrung in Hülle und Fülle finden - eine blütenreiche Oase inmitten von Monokulturen. Von tollen Schnappschüssen inspiriert, möchte ich euch diese zarte und bedeutungsvolle Naturschönheit in meinem Pflanzenportrait näher vorstellen....

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Das leuchtende Rot von Klatschmohn (Papaver rhoeas) und - hier - der lila Schlafmohn (Papaver somniferum) gehen ein faszinierendes Farbspiel ein. Mohnblumen signalisieren den Beginn des Frühsommers. Die ungewöhnliche Kombination von kräfigem Rot und zarter Gestalt - beinah wie eine Seidenpapierblume - haben den Mohn schon früh zu einer bedeutungsvollen Pflanze werden lassen, in vielerlei Hinsicht - eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Als Heilpflanze spielt der Klatschmohn inzwischen aufgrund seiner Alkaloide (bei falscher Anwendung droht Vergiftungsgefahr!) eine untergeordnete Rolle.

Diese pittoreske Blume hat von jeher Anziehungskraft auf Künstler und die Kraftblüten-Bilder bringen eine ganz besondere Wohnatmosphäre ins ZuHause.

Mohnblumen wird eine große seelische Kraft zugesprochen. In der Traummythologie nimmt sie daher eine besondere Stellung ein.

Die "berauschende Wirkung" von Schlafmohn ist wohl hinlänglich bekannt, weshalb dieser nicht angebaut werden darf. Da aber in Österreich Schlafmohn schon seit jeher als "Backzutat" verwendet wird, darf er auch weiterhin kultiviert und genützt werden. Was für ein Glück, wie schade wäre es, wenn ich auf mein geliebtes Frühstücksmohnflesserl verzichten müsste 😉 

So darf er österreichweit auch bedenkenlos in unsere Naturgärten gepflanzt werden, um so als wertvolle Bienen- und Augenweide zu dienen.

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Stichwort

Bienenweide

... die Beiden hier können gar nicht genug bekommen ...

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Klatschmohn darf natürlich auch in meinem Naturgarten nicht fehlen - worüber sich unsere Insekten freuen.

Diese winzigen "Erdbienchen" fliegen im wahrsten Sinne auf Mohn. Sie haben ihren Lebensraum bei uns im Weinberg, wo wir einige sandige Flächen frei lassen - jedes Bienchen hat ihr eigenes kleines Loch. Sie sind absolut friedlich und so dürfen sie auch trotz meiner Bienenallergie jederzeit auf meiner Hand landen ...

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... so wächst der Mohn bei uns im Weinberg. Manchmal kann mein Mann ja meinem "guerilla gardening" in seinem geliebten Weinberg nicht viel abgewinnen (er hat ein wenig Bedenken, dass sein Wein zu sehr bedrängt wird), aber bei diesem Anblick schlägt sogar sein Winzerherz höher 🙂

 

 

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In der Vase hält sich Mohn leider nicht. Auch wenn es noch so verlockend ist, einen großen Strauß davon zu pflücken (auch ich war diesmal wieder verleitet!). Wie in der Natur lässt er täglich die Blütenblätter fallen. Am besten, ihr setzt ihn in euren Garten und erfreut euch auf diese Weise über seinen Anblick - so könnt ihr gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für Insekten leisten.

Mohnblumen sind ganz einfach zu kultivieren - eine äußerst anpassungsfähige Pflanze. Am liebsten mag sie jedoch vollsonnige Standorte. Wie praktisch, besonders in den immer heißer werdenden Sommern. Oft wandert sie auch "von selbst" ein, besonders an kargen Plätzen. Immer wieder beeindruckend, wie schnell und imposant sich Mohn selbst auf Schotterplätzen oder Baustellen ansiedelt. Häufig sind sie auch Bestandteil von Samenmischungen für Wildblumenwiesen. Die meisten Mohnblumen sind einjährig, säen sich aber bereitwillig wieder aus. Wer das nicht möchte, schneidet rechtzeitig die Samenstände ab.

Es gibt auch eine Staudenvariante - den Türkischen Mohn (Papaver orientale), den es in einem breiten Farbspektrum gibt. Er kann zu imposanten "Horsten" heranwachsen, wenn man keine Wühlmäuse hat. Leider schaffen es daher meine Exemplare meist nur eine Saison, was mir regelmäßig die Tränen in die Augen treibt. Zugegeben, schaue ich manchmal ein wenig neidvoll über andere Gartenzäune, wo richtige Prachtstücke wachsen 😉

Mohn
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Ein Hingucker ist er ja schon, dieser orientale Mohn. Jedes Blütenblatt ein Kunstwerk. Wie hübsch auch, wenn sich der Morgentau sammelt. Wie lange er sich wohl diesmal halten wird?

Welche tollen Mohnsorten gibt es noch?:

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Island - Mohn   (Papaver nudicaule)

auch eine ganz tolle Variante des Mohn. Besonders Floristen schätzen ihn. Er lässt sich ebenso zu tollen floralen Kunstwerken verarbeiten, wie zu ganz schlichten, naturnahen Sträußen binden.

Ich mag ihn auch sehr und versuche daher immer wieder, ihn in meinen Garten zu holen - mit mäßigem Erfolg - diese biestigen Wühlmäuse!!

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Kalifornischer Mohn / Goldmohn  (Eschscholzia californica)

eine genügsame Pflanze, die flächig gepflanzt, auch toll wirkt und ein wahrer Bienenmagnet ist.

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Ladybird / Marienkäfermohn               (Papaver commutatum)

Eine schöne, einjährige Variante - zu gern hätte ich ihn in meinem Garten. Ich habe mir damals extra aus "Great Dixter" verschiedene Poppy (wie die Engländer sagen)  Samen mitgenommen. U.a. auch Ladybird. Gehegt und gepflegt - für die Katz'. Diesmal glaub ich, waren es die Schnecken, oder doch Wühlmäuse? Zum Heulen!!!

Ich würde euch noch gerne eine Kindheitserinnerung von mir zeigen - kennt ihr das?

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... es sind "Mohn-Pupperl". Als Kind habe ich gerne aus den Knospen von Klatschmohn solche Püppchen hergestellt. Sie waren schnell gemacht und ich mag heute noch das samtige Gefühl, wenn man die zarten Blütenblätter spürt. So lässt sich für echte "Naturkinder" eine schnelle Bastelidee umsetzen, mit der man obendrein seiner Phantasie so richtig freien Lauf lassen kann ...

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Nur ein paar "frisch geschlüpfte" Mohnblumen benötigt ihr, und schon kann's losgehen - Bühne frei! ...

 

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... bereit fürs "Puppen-Theater" ...

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... irgendwie birgt so eine Mohnknospe auch was Wehrhaftes in sich ...

Selbstverständlich möchte ich euch auch eine schnelle Rezeptidee vorstellen:

Blätterteig - Mohnschnecken

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Eine ganz schnelle Mehlspeise lässt sich aus gemahlenem Graumohn zaubern - ihr benötigt dazu:

fertigen Blätterteig (man darf es sich auch mal einfach machen 😉 ), ca. 100 g gemahlenen Graumohn, etwas Zimt, ein kleiner Schuss Rum (nur für Erwachsene), Powidl (in meinem Fall selbstgemacht)

Blätterteig ausrollen. Powidl mit Mohn, etwas Zimt, (ein Schuss Rum) vermengen und auf den Blätterteig flächig verteilen. Von der Längsseite her zur Mitte hin von beiden Seiten einklappen und dann noch einmal. Ähnlich wie bei Stollen. Das ergibt ein witzigeres Schnittbild. In ca. 1 cm breite Stücke schneiden und auf ein Backblech legen. Bei ca. 200C Heißluft im Backrohr ca. 25 min. knusprig backen. Schmecken frisch am besten - Bon Appetit!

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Zum Schluss noch ein paar Impressionen - inkl. meiner beiden Lieblingsaufnahmen!

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eine großartige Blume

in all seinen Facetten

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Alles Liebe

  Patrizia

Die Herzensgärtnerin®

The Heartgardener®

 

Fotos und Texte © Copyright  TheHeartgardener ®

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