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CAMASSIA – Prärielilie, ein wahrer Bienenmagnet

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Neulich abends dachte ich, ein ganzer Bienenschwarm hat sich in unserem Vorgarten niedergelassen. Denn als ich nach Hause kam, wurde ich in unserem neu gestalteten Eingangsbereich von lautem Summen begrüßt. Hunderte fleißige Bienen hatten sich niedergelassen, um sich noch einen "Abendtrunk" zu gönnen. Die vielen Camassien wirkten förmlich wie ein Magnet auf sie und sind somit eine tolle Bienenweide. Mehr als ein Grund, der Prärielilie - wie sie auch genannt wird - ein eigenes Pflanzenportrait zu widmen.

Diese Bienen- und Augenweide lässt Gärtnerherzen höher schlagen! Lest' doch einfach weiter, um mehr über diese Pflanzenschönheit zu erfahren...

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Woher stammt denn die Prärielilie eigentlich?

Der Ursprung der Camassia, oder Prärielilie liegt in Nordamerika, wo sie auf feuchten Wiesen in Höhenlagen bis zu 2400 m wächst. Je nach Art bilden sich im Frühjahr blaue, weiße bis cremefarbene oder auch violette Blüten, die zu Dutzenden an einem aufrechten, traubigen Blütenstängel stehen. Die Blüten faszinieren durch ihren filigranen, grazilen Wuchs und manche Arten können bei guten Bedingungen bis zu 1,20 Meter hoch werden (das kann ich bestätigen, denn bei uns ist die "Alba" tatsächlich grandios geworden - mehr dazu später). Wenn man unterschiedliche Farben/Arten pflanzt, hat man lange Freude daran, sie blühen dann von Ende April/Anfang Mai bis Ende Juni!!

Prärielilien gehören zur Gattung der Agavengewächse (Agavoideae) in der Pflanzenfamilie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Manche Experten zählen sie zu den Hyazinthengewächsen (Hyacinthaceae). Wie ihr seht, scheiden sich hier die Geister, darum möchte ich gar nicht näher darauf eingehen.

Interessanterweise kann man Prärielilien-Zwiebeln essen. Einst bildeten sie eine wichtige Nahrungsquelle für die indigene Bevölkerung des nordamerikanischen Kontinents. Wobei sich dafür nicht alle Arten gleichermaßen eignen - die Sorte "Quamash" ist essbar, das werde ich wohl im Herbst mal ausprobieren... 😉

In unseren Gärten ist die Camassia noch eher selten anzufinden, was schade ist - zumindest in größeren, flächigen Pflanzungen. Diese Idee habe ich mir ehrlich gesagt in Highgrove, im Garten von Prinz Charles abgeguckt. Ein sehr beeindruckender Garten, den ich letztes Jahr besuchen durfte - eine wahre Inspiration!

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Welchen Standort bevorzugt die Prärielilie?

In der Natur wächst die Zwiebelblume in frischen bis feuchten Böden in halbschattiger Lage. Daher fühlt sie sich auch am Teichrand wohl. "Nasse Füße" kann sie aber dennoch nicht leiden. Ist der Boden aber feucht genug, verträgt sie auch eine sehr sonnige Lage. Auch ein zuviel an Nahrung missfällt der sonst relativ pflegeleichten Pflanzenschönheit. Eine Kompostgabe im Frühling oder Herbst reicht ihr völlig. Sie ist ein imposanter Blickfang in jedem Garten als Solitär, wirkt aber besonders eindrucksvoll in wiesenartigen "Massenpflanzungen". Das haben wir uns zu Herzen genommen, wie ihr in folgenden Bildern sehen könnt'!

 

Camassia
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Wie "Pflege" ich meine Camassia?

Die Prärielilie ist grundsätzlich eine sehr pflegeleichte Pflanze - außer dass sie einen feuchten Boden bevorzugt, ist sie anspruchslos. Sie ist winterhart, robust und langlebig. Die Zwiebeln sollten in einer Tiefe von ca. 10 cm und einem Abstand von 18 cm in die Erde gepflanzt werden. Die beste Pflanzzeit ist der Herbst, insbesondere der September. Wir haben sie sogar erst im November gepflanzt (weil wir vorher mit den anderen tausenden Frühlingsblühern beschäftigt waren) und wie man sieht, hat ihr die "Winterfeuchte" gut getan. Im Sommer zieht sie sich zurück und man sollte unbedingt die schmalen Blätter einziehen lassen, damit die Camassia Kraft fürs nächste Jahr sammeln kann! (ähnlich wie auch bei Narzissen). Da darf sie dann auch ruhig ein wenig trockener stehen, aber nie ganz austrocknen lassen. Das gilt insbesondere für Exemplare, die in Kübeln gesetzt sind - auch das ist eine Möglichkeit, wie ihr Prärielilien in euren Garten holen könnt'. Auf der Terrasse könnt ihr dann den fleißigen Bienchen zusehen, wie emsig sie ihren Nektar auf diesen wunderschönen Blütentürmen sammeln. Die Camassia muss besonders schmackhaft für Insekten sein, denn sie können es oft gar nicht erwarten, bis sich die Knospen (im Halbschatten erst am Nachmittag) öffnen - ich hab euch dazu einen kleinen Film gedreht...

 

 

 

"Maja" kann es kaum erwarten, bis sich die Knospe endlich öffnet!

Camassien sind offensichtlich besonders lecker für Bienen 🙂

Mahlzeit!

Kann ich Camassien selber vermehren?

Es gibt zwei einfache Methoden, die Camassia zu vermehren. Die vegetative Vermehrung erfolgt über Tochterzwiebeln, die seitlich aus der Mutterzwiebel herauswachsen. Diese "Brutzwiebeln" kann man nach ein paar Jahren von der Mutterpflanze getrennt wieder einsetzen, es dauert allerdings ein Weilchen, bis sich Blüten bilden...

Die Prärielilie vermehrt sich aber auch problemlos über Samen und ist daher perfekt zur Verwilderung in einem Naturgarten geeignet. Es erfordert "lediglich" ein wenig Geduld bis zur ersten Blüte (ca. 5 Jahre). Lässt man sie aussäen, verbreitet sie sich bei idealen Bedingungen bereitwillig, ohne jedoch invasiv zu werden. Sie kann dabei stattliche Horste bilden. Wenn ihr das nicht möchtet, schneidet einfach rechtzeitig alles Verblühte weg (Blätter stehen lassen!)...

Ihr könntet die Samen auch absammeln und gezielt anziehen, dafür benötigen sie jedoch einen Kältereiz (Stratifizieren). Daher überlasst es der Einfachheit halber lieber der Natur 😉

 

 

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Nun stelle ich euch stellvertretend 4 Sorten vor - die wir in unserem Garten auch selbst gepflanzt haben:

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Camassia cusickii

Sie eröffnet Ende April/Anfang Mai in unserer BlumenWiese (gleich nach der Narzissenblüte) den Blütenreigen. Mit ihrem zarten hellblau zieht sie alle Blicke auf sich. Besonders deswegen, weil wir Hunderte gesetzt haben!

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Camassia quamash 

ca. drei Wochen später öffnet die essbare Sorte "quamash" ihre Blüten. Sie wächst etwas niedriger, ist ca. 50 cm hoch, kompakter und hat nicht ganz so viele Blütenansätze. Doch durch ihr kräftiges Blau ist sie ein toller Hingucker in unserer Streuobstwiese.

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Camassia leichtlinii alba

den krönenden Abschluss bildet unsere cremefarbene Camassia. Sie wird am höchsten (1,20m) und blüht auch am längsten, beinah drei Wochen lang. Dabei blüht sie gleichzeitig mit den Margeriten in der Streuobstwiese und hat besonders abends eine große Weitenwirkung.

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Camassia leichtlinii alba "Sacajawea"

beeindruckt in unserem Vorgarten nicht nur durch ihre Größe. Nein, schon vorm Austrieb der Blütentürme fasziniert ihr panaschiertes Laub und zieht so auch schon ohne Blüte - gerade im Eingangsbereich - alle Blicke auf sich...

 

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Hereinspaziert!

Wir haben unseren Vorgarten letzten Herbst neu gestaltet!

Als besonderes Highlight blüht den ganzen Juni hindurch diese cremefarbene Camassia ("Sacajawea").

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Diese Blütenpracht fasziniert nicht nur uns, sondern auch unsere Gartenbesucher beim Betreten unseres Gartens. Und mir geht einfach das Herz auf, wenn ich sehe, wie sehr im Besonderen die Bienen diese zusätzliche Nahrungsquelle lieben und annehmen. Sie fliegen im wahrsten Sinne drauf! 🙂

Nächstes Jahr, bzw. heuer im Herbst werde ich noch mehr dieser großartigen Bienenweide pflanzen! Macht es doch auch und tragt so einen wichtigen Teil für den Fortbestand der Insekten bei. Denn letztlich helfen wir uns damit selbst!!

 

Noch ein kleiner Einblick in unseren neu gestalteten Eingangsbereich - der "neue, weiße Garten"...

(übrigens: "es wird durchgeblüht" - den Beginn machen die weißen Thalia Narzissen, Albaveilchen, Hornveilchen, Vergissmeinnicht... Gefolgt von der Camassienblütenpracht, diese wird abgelöst von weißen und grünen Rosen, diversen Präriepflanzen wie Gaura, Echinacea, Iris Sibirica, Kerzenknöterich, Bischofskraut, Vexiernelke, Löwenmäulchen... natürlich alles in weiß. "Bewacht" wird diese Pflanzung von drei stattlichen alten Weinstöcken - ein Muss bei unserer Anschrift 😉 )

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Zum Schluss noch ein paar Impressionen, wie wunderschön diese tolle Pflanze ist. Da bedarf es gar keiner zusätzlicher Worte. Es würde mich freuen, wenn auch ihr durch mein Camassien-Pflanzenportrait inspiriert wurdet.

Ich finde, sie hat es verdient, auch in unseren Breiten häufiger und vor allem flächiger gesetzt zu werden!

Mein Fazit zu dieser wirklich grandiosen Pflanzenschönheit - sie ist nicht nur bestechend schön. Durch ihren wertvollen Beitrag für die Insektenwelt, ist sie im Ranking meiner Lieblingspflanzen im Frühsommer auf Platz 1 !

Eine wahre Freude für Mensch und Natur!

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Für dieses stimmungsvolle Familienfoto, das Helmut Mitter (er fotografiert u.A. fürs Servus Magazin) von uns geknipst hat, haben wir in unserer Camassienwiese gerne Platz genommen!

 

Alles Liebe

  Patrizia

Die Herzensgärtnerin®

The Heartgardener®

 

Fotos und Texte © Copyright  TheHeartgardener ®

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